{"id":33,"date":"2015-06-05T13:25:07","date_gmt":"2015-06-05T11:25:07","guid":{"rendered":"http:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/?p=33"},"modified":"2019-10-15T14:39:25","modified_gmt":"2019-10-15T12:39:25","slug":"veilchen-rap-und-damengambit-spiegel-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/veilchen-rap-und-damengambit-spiegel-online\/","title":{"rendered":"Veilchen, Rap und Damengambit  &#8211; SPIEGEL ONLINE"},"content":{"rendered":"<p><b><span style=\"color: #800000; font-size: large;\">Veilchen, Rap und Damengambit<\/span><\/b> Was f\u00fcr ein Spektakel: Bei der ersten Schachbox-WM in Berlin flogen F\u00e4uste und K\u00f6nige gingen k.o. Aber ist das wirklich Sport? SPIEGEL-ONLINE-Autor Peter Ahrens erlebte, dass Akteure mit Hirn weiter kommen als mit harten F\u00e4usten &#8211; wie Frank Stoldt, der neue Weltmeister aus Deutschland. Hering ist gut. Schlagsahne ist gut. Wie gut muss dann erst Hering mit Schlagsahne sein. Das hat Kurt Tucholsky mal so aufgeschrieben, und irgendwie passt es zum Schachboxen. Eine Kombination, die es an sich so nicht geben k\u00f6nnte. Schach und Boxen \u2013 das passt ungef\u00e4hr so gut zusammen wie Bahnchef Mehdorn und GDL-Boss Schell. Aber als gestern in Berlin der erste Weltmeisterschaftskampf in Deutschland ausgetragen wurde, hat der skurrile Wettbewerb doch seinen Reiz entwickelt. Tape-Club in Berlin-Tiergarten: die \u00fcbliche zugige Lagerhalle, das \u00fcbliche Berlin-Mitte-Publikum mit seiner Mischung aus Glatzen-, Koteletten- und Pferdeschwanztr\u00e4gern, kurzberockte J\u00e4germeister-Hostessen, die vor ihren ausufernden Dekollet\u00e9s Tabletts mit Kr\u00e4uterlik\u00f6r und Red Bull herschieben. Rapmusik dr\u00f6hnt aus den Boxen, in der ersten Reihe am Boxring (das Ticket f\u00fcr 120 Euro) flie\u00dft der Schampus \u2013 der Abend muss sich noch ein bisschen anstrengen, eine seri\u00f6se Sportveranstaltung zu werden. Schachboxen sei eine echte Sportart, &#8220;bei der das strategische Element eine entscheidende Rolle spielt&#8221;, bem\u00fcht sich der Pressesprecher der &#8220;World Chess Boxing Organisation&#8221;, Andreas Dilschneider, die Veranstaltung als ernstzunehmende Disziplin zu r\u00fchmen. F\u00fcrs Auditorium ist es allerdings eher ein Eventspa\u00df, Auftakt ins Party-Wochenende, Appetizer f\u00fcr die After-Show-Feier mit Rap-Ikone Kurtis Blow. Sportpublikum ist das nicht. H\u00f6chstens besseres Fanmeilenpublikum. Alle Accessoires einer echten Boxveranstaltung sind da, vom Moderator mit Sakko und Fliege \u00fcber den Ringrichter ganz in Wei\u00df und die Gewichtsklassen bis hin zur Ringecke, wo die Betreuer mit dem Handtuch warten. Trotzdem sp\u00fcrt man, gewollt oder nicht, die Lust auf Jux an jeder Ecke. Nicht umsonst findet die &#8211; nennen wir sie jetzt einmal so &#8211; Sportart im Prenzlauer Berg in Berlin die meisten Anh\u00e4nger, da, wo immer \u00fcber neuen Projekten und vermeintlichen Trends gebr\u00fctet wird, so abseitig sie auch sein m\u00f6gen. Schachboxen k\u00f6nnte auch als Parodie auf einen Sportabend durchgehen. Zu skurril wirkt es, wenn sich im Vorkampf der K\u00f6lner K\u00e4mpfer Marc Breuer mit einem frisch erworbenen Veilchen aus der Boxrunde wieder ans Schachbrett setzt, um \u00fcber eine kleine Rochade oder das Damengambit nachzudenken. Oder der Berliner Sebastian Bauersfeind, ein feiner Schachspieler, in einem anderen Vorkampf seine H\u00fchnerbrust entbl\u00f6\u00dft und die Boxhandschuhe \u00fcberstreift, die irgendwie viel zu gro\u00df f\u00fcr ihn wirken. Strategen im Vorteil Vier Minuten Schach, dann drei Minuten Boxen, dann wieder ans Schachbrett und wieder zur\u00fcck in den Infight, das Ganze insgesamt elf Runden lang \u2013 am\u00fcsant ist es auf jeden Fall zuzuschauen, wie zum Beispiel der Schachspieler Bauersfeld gegen den besseren Boxer Jan Mielke aus K\u00f6ln seine Qualit\u00e4ten am Brett einsetzt, um den Gegner m\u00f6glichst schnell mattzusetzen und damit seltener in den Boxkampf gehen zu m\u00fcssen. Da entfaltet Schachboxen seinen Reiz \u2013 das Wissen, jetzt schnell am Brett reagieren zu m\u00fcssen, weil man sonst eventuell im Ring k.o. geschlagen wird. Einmal, im zweiten Vorkampf des Abends, setzt sich der bessere Boxer durch \u2013 ansonsten sind die ge\u00fcbteren Schachspieler in diesem Zweikampf meist im Vorteil. So auch beim WM-Kampf, wo sich kurz nach Mitternacht der Berliner Frank Stoldt im Halbschwergewicht gegen den US-Amerikaner David Depto durchsetzt. Am Ende der siebten Runde, also in der vierten Schachrunde, hat der Polizeiausbilder seinen Konkurrenten mattgesetzt. Stoldt, der fr\u00fcher Kickboxer war und sich in beiden Disziplinen gut bewegen kann, darf sich dank seiner Spielintelligenz jetzt Weltmeister im Halbschwergewicht der WCBO nennen. Wer kann das schon von sich behaupten? Schachboxen \u2013 als nette Samstagabend-Unterhaltung f\u00fcr den Gro\u00dfstadt-Single reicht es allemal. Bis jetzt ist es aber weniger Sport, mehr Spielerei. Wenn das so weitergeht mit der Sport-Durchmixerei, kommt irgendwer am Ende noch auf die Idee und kombiniert Radfahren, Laufen und Schwimmen. URL: http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/sonst\/0,1518,515263,00.html<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/\" data-cke-saved-href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schach-aschaffenburg.de\/images\/spiegel.gif\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"14\" border=\"0\" data-cke-saved-src=\"\/images\/spiegel.gif\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Veilchen, Rap und Damengambit Was f\u00fcr ein Spektakel: Bei der ersten Schachbox-WM in Berlin flogen F\u00e4uste und K\u00f6nige gingen k.o.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":34,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"inline_featured_image":false,"_uag_custom_page_level_css":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-33","post","type-post","status-publish","format-image","has-post-thumbnail","hentry","category-pressespiegel","post_format-post-format-image"],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false],"thumbnail":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",128,85,false],"medium":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false],"medium_large":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false],"large":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false],"1536x1536":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false],"2048x2048":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false],"colormag-highlighted-post":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox-392x272.jpg",392,272,true],"colormag-featured-post-medium":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox-390x205.jpg",390,205,true],"colormag-featured-post-small":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox-130x90.jpg",130,90,true],"colormag-featured-image":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false],"colormag-default-news":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",150,100,false],"colormag-featured-image-large":["https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/schachbox.jpg",420,280,false]},"uagb_author_info":{"display_name":"webmaster","author_link":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/author\/webmaster\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Veilchen, Rap und Damengambit Was f\u00fcr ein Spektakel: Bei der ersten Schachbox-WM in Berlin flogen F\u00e4uste und K\u00f6nige gingen k.o.","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}