{"id":222788,"date":"2020-04-24T17:58:54","date_gmt":"2020-04-24T15:58:54","guid":{"rendered":"http:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/?p=222788"},"modified":"2022-07-31T12:47:13","modified_gmt":"2022-07-31T10:47:13","slug":"schach-in-zeiten-des-corona-virus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schach-aschaffenburg.de\/wp\/schach-in-zeiten-des-corona-virus\/","title":{"rendered":"Schach in Zeiten des Corona-Virus"},"content":{"rendered":"<p>In der Schachwelt sind die Einschr\u00e4nkungen durch das Corona-Virus viel weniger sp\u00fcrbar als in anderen Bereichen. Nicht nur das Kandidatenturnier in Jekaterinburg geht planm\u00e4\u00dfig \u00fcber die B\u00fchne. Auch die Online-Schachclubs haben Hochsaison.<br \/>\nAn einem Detail bemerkt man beim dem Turnier in Jekaterinburg nat\u00fcrlich schon, dass auch Schachspieler von dem ber\u00fchrt sind, was sich den au\u00dferhalb der 64 Felder des Schachbretts ereignet: Die Spieler geben sich nicht mehr die Hand vor dem Beginn der Partie. Ein solches Verhalten h\u00e4tte bis vor kurzem noch als anst\u00f6\u00dfig gegolten, mit diesem Kandidatenturnier ist zur Normalit\u00e4t geworden. Manche Kontrahenten rempeln sich nur noch freundschaftlich mit dem Ellbogen an, bevor sie sich ans Brett setzen.<\/p>\n<p>Ansonsten findet der Ausscheidungswettkampf wie geplant statt. Bis 4. April soll feststehen, wer der acht qualifizierten Spieler das Recht hat, gegen Ende des Jahres den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen zu einem Titelkampf herauszufordern. Inzwischen sind drei von 14 Runden gespielt, nach einem Ruhetag wird das Turnier am Samstag mit der vierten Runde fortgesetzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Schachspieler geht also das Leben in Zeiten der Quarant\u00e4ne fr\u00f6hlich weiter. Nicht nur, dass das eines der spannendsten Turniere des Jahres wie geplant stattfindet, auch das Drumherum funktioniert. So kommentiert zum Beispiel Markus Ragger, der derzeit st\u00e4rkste Spieler \u00d6sterreichs, die Partien aus Jekaterinburg online auf den Seiten des \u00d6sterreichischen Schachverbands.<\/p>\n<p>Im Online-Schachklub<\/p>\n<p>Und auch dar\u00fcber hinaus sind die Schachspieler schon seit Langem aus der analogen Welt verrauchter Hinterzimmer von Kaffeeh\u00e4usern in eine wunderbare digitale Parallelwelt gewechselt. Begonnen hat alles im Jahr 1995, als Daniel Sleator, Professor an der Universit\u00e4t Philadelphia, mit Unterst\u00fctzung von Studenten offiziell den ICC er\u00f6ffnete, den &#8220;Internet Chess Club&#8221;. In k\u00fcrzester Zeit versammelten sich dort Spieler aus aller Welt und da von allem Anfang Gro\u00dfmeister eine Gratismitgliedschaft angeboten wurde, war das Niveau der Partien bald auf erstaunlich hoch. Auch Weltmeister wie Garri Kasparow oder Vladimir Kramnik spielten beim ICC. Bald kamen noch andere Features dazu, wie sie ein durchschnittlicher Schachclub nie h\u00e4tte anbieten k\u00f6nnen: regelm\u00e4\u00dfigen Gruppenunterricht, Coaching, kommentierte \u00dcbertragungen von gro\u00dfen Turnieren, Trainingsvideos.<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre gab es viele Versuche, etwas \u00c4hnliches wie den ICC auf die Beine zu stellen. Erfolgreich war schlie\u00dflich die Plattform &#8220;playchess&#8221;, die im Jahr 2001 einen \u00e4hnlichen Server er\u00f6ffnete. Hinter &#8220;playchess&#8221; standen die Programmierer der Hamburger Firma &#8220;chessbase&#8221;, die die Schachsoftware &#8220;Fritz&#8221; entwickelt hatten, die es mittlerweile in der Version &#8220;Fritz 17&#8221; gibt. Ber\u00fchmt wurde Fritz auch f\u00fcr Nicht-Schachspieler, als es im Jahr 2003 dem damaligen Weltmeister Garri Kasparow nicht gelang, Fritz in der Version &#8220;Deep Fritz&#8221; zu besiegen und das in aller Welt verfolgte Match 2:2 endete. Noch schlimmer ging es Kasparows Nachfolger Wladimir Kramnik, der drei Jahre sp\u00e4ter gegen die neuste Version der Software 2:4 unterging.<\/p>\n<p>Chess.com<\/p>\n<p>Neben dem ICC und playchess etablierte sich schlie\u00dflich 2007 ein weiterer Online-Schachklub mit dem Namen &#8220;Chess.com&#8221;, den Googles Alexa f\u00fcr den heute am h\u00e4ufigsten frequentierten Klub der Welt h\u00e4lt. 114 Mitarbeiter halten Betrieb am Laufen und es gibt neben unz\u00e4hligen Lehr- und Trainingsm\u00f6glichkeiten alle Features, die eine moderne Social-Media-Plattform ausmachen. Man kann als Gast einloggen oder zwischen drei verschiedenen Formen der Mitgliedschaft w\u00e4hlen, ein Online-Shop bietet alles, wovon Schachspieler auch in der analogen Welt nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen, Bretter, Uhren, Videos und sogar noch liebensw\u00fcrdig altmodische B\u00fccher.<\/p>\n<p>LINKS<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.chessclub.com\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">ICC<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/play.chessbase.com\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">playchess<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.chess.com\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">chess.com<\/a><br \/>\nQuellenangabe: <a href=\"https:\/\/www.wienerzeitung.at\/nachrichten\/chronik\/leben\/2055144-Schach-in-Zeiten-des-Corona-Virus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wiener Zeitung<\/a><br \/>\nKommentare<br \/>\nMarkus Ragger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schachwelt sind die Einschr\u00e4nkungen durch das Corona-Virus viel weniger sp\u00fcrbar als in anderen Bereichen. 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