Partieabsprache II

Nach dem Kandidatenturnier 1962 erhob Bobby Fischer den Vorwurf, dass die sowjetischen Spieler durch Partieabsprachen untereinander ihre Chancen gegenüber nichtsowjetischen Spielern erhöht hätten. Dies führte dazu, dass spätere Kandidatenturniere nicht mehr als Rundenturniere, sondern als Zweikämpfe ausgetragen wurden. 2006 führten Wissenschaftler der Washington University in St. Louis eine statistische Analyse von Ergebnissen der Qualifikationsturniere zur Schachweltmeisterschaft im Zeitraum 1940 bis 1964 durch und kamen zu dem Ergebnis, dass eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit für diese Hypothese bestehe.
Es kommt immer wieder vor, dass ganze Turniere erfunden werden, die offenbar überhaupt nicht stattgefunden haben. Die dort angeblich erspielten Ergebnisse werden dann von einigen Spielern zur Verbesserung ihrer Elo-Zahl oder zur Erringung von Titelnormen genutzt. Aufsehenerregende Beispiele aus jüngerer Zeit waren unter anderem der „Kali-Cup“ in Ungarn 2004 und das Turnier „Helden von Tschernobyl“ in der Ukraine 2005.
Der rumänische Geschäftsmann Alexandru Crișan kam durch manipulierte Turniere, deren Partien nie veröffentlicht wurden, auf eine Elo-Zahl von 2635, womit er zu den 50 besten Spielern der Welt gehört hätte. Im Juli 2001 trat Crișan bei einem Großmeisterturnier in Portorož an und erzielte dort lediglich einen halben Punkt aus neun Partien, was einer Elo-Leistung von 2130 entspricht. Im September 2001 entzog die FIDE Crișan alle Titel und seine Elo-Zahl.
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