Erfolgreicher Schach-Girls-Day mit Nationalspielerin Nadja Berger

Erfolgreicher Schach-Girls-Day mit Nationalspielerin Nadja Berger Svenja (5 Jahre) greift nach dem Springer und zieht auf das Feld mit dem roten Gummibärchen. Der Schachclub Aschaffenburg-Schweinheim veranstaltete erstmals einen Girls Day, bei dem – anders als üblich – Mädchen getrennt unterrichtet wurden. Neun Kinder kamen zur Pfarrei St. Gertrud, um von Nadja Berger (14), der frischgebackenen deutschen Jugendnationalspielerin, mehr über das „Königliche Spiel“ zu erfahren. Zunächst berichtete, die gerade von der Nationalmannschaft aus Frankreich zurückgekehrte Nadja, wie sie selbst zum Schach kam (sie begann mit acht Jahren), welche Meisterschaften (unter anderem die Europameisterschaft in Montenegro) sie gespielt hat und wie sie das Schachtraining mit ihren anderen Hobbys (sie spielt auch Cello) verbindet. Nadja trainiert mit den Erwachsenen des Schachclub Aschaffenburg-Schweinheim und spielt in der ersten beziehungsweise zweiten Mannschaft. Regelmäßig nimmt sie Unterricht bei zwei Internationalen Meistern. Anschließend zeigte das junge Schachtalent, unterstützt von den Jugendbetreuern Ingrid und Eduard Neuburger (Jugendleiter und Entdecker von Nadja) sowie Dr. Dirk Schellenberger, den Kindern die – teilweise – ersten Schritten auf dem Schachbrett. Zahlreiche Mütter blieben, um mehr über das Spiel zu erfahren, das im Mittelalter zur Ausbildung von Rittern – es war eine der sieben Tugenden – gehörte. In zwei Stunden wurden sämtliche Schachfiguren vorgeführt und auch ausprobiert. Jedes Kinder durfte am Ende ein sogenanntes „Mini-Spiel“ (Turm gegen acht Bauern) gegen die Nationalspielerin bestreiten. So manche(r) durften einen Sieg mit nach Hause nehmen. Die Frauenquote des Schachvereins Aschaffenburg, dem größten Schachverein am
bayerischen Untermain mit 73 Aktiven, liegt bei rund zehn Prozent und soll weiter steigen. Rudolf Dobrick, Vorsitzender des Clubs betont: „Wir bemühen uns die Aktiven, ob Kinder oder Erwachsene, möglichst dort ‚abzuholen‘ wo sie stehen.“ Im Deutschen Schachbund
befinden sich unter den Aktiven bisher lediglich sechs Prozent Frauen und Mädchen. „Wir bieten erstmals in Aschaffenburg ein Angebot ausschließlich für Mädchen an“, meint der ehemalige Lehrer Eduard Neuburger. „Ähnlich wie bei der Mathematik unterscheiden
sich Jungen und Mädchen in Ihrem Lernverhalten, was teils sogar zur Wiedereinführung getrennter Klassen (Monoedukation) führte.“
„Jungen sind aktiver und risikofreudiger, während Mädchen ruhiger und vorsichtiger handeln“, resümiert Irene Neuburger. „Mütter berichten oft, dass sie selbst noch zu hören bekamen: Mädchen sind zu blöd zum Schachspielen.“ Das Gegenteil beweist nicht zuletzt
Nadja Berger, die auch bei Jungen und Männern „eine gute Figur“ macht. Nächstes Jahr ist zum 25.Jubiläumsjahr des Schweinheimer Schachclubs eine größere Veranstaltung für Mädchen geplant, nach der Devise: „Gummibärchen seid vorsichtig!“ Am Dienstag, 9. November, beginnt um 16.30 Uhr ein Mädchenschachkurs: Svenja und andere Mädchen haben die Chance es sich und später auch den Jungs zu beweisen.
Dirk Schellenberger / Albrecht Fleckenstein (Pressewart des USV)

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