»Ab und zu Schach – das hilft nicht«: Für Persönlichkeitsentwicklung von Kindern hat das Brettspiel große Bedeutung

Dem un­ter­frän­ki­schen Schach­ver­band ge­hö­ren im Mo­nat April die­ses Jah­res 2000 ak­ti­ve Schach­spie­ler an. Das Er­staun­li­che da­bei: 773 da­von sind Kin­der und Ju­gend­li­che. Foto: Harald Schreiber

Andrea Wilm, Rektorin der Luzia-Grundschule Großostheim-Pflaumheim, und Eduard Neuburger, ehemaliger Lehrer an der Luzia-Grundschule und Jugendtrainer in Schweinheim, wissen, wie man den Nachwuchs für den Schachsport begeistert.

Die Luzia-Grundschule in Großostheim-Pflaumheim führt die Auszeichnung »Deutsche Schachschule« und ist auch über die Region hinaus für das Engagement im Schach bekannt. Zahlreiche Meisterschaften auf unterfränkischer und bayerischer Ebene konnten schon gefeiert werden. Seit 2010 verantwortet Andrea Wilm die Schach-AG; ihr Vorgänger war Eduard Neuburger. Pro Schuljahr finden zusätzlich zum Training zwei Schach-Turniere statt. Die Schulleiterin merkt aber an, dass sich Jugendliche schon dauerhaft engagieren sollten, um erfolgreich zu sein. »Ab und zu mal Schach spielen, das hilft nicht weiter.« Im Idealfall hätten mehrere Lehrer an der Schule ein Interesse am Schachsport.

»Schach ist nicht nur gut für Mathe, sondern auch für die Leseentwicklung«, so Andrea Wilm. »Bei uns spielt über die Hälfte der Schüler Schach.« Die Kinder lernen dabei, zu verlieren und sich an Regeln zu halten. Das Besondere am Schach: Es komme in erster Linie auf das eigene Können an, und man sei nicht vom Glück abhängig, wie das stark bei manchen anderen Sportarten sei. Dies merkten die Kinder und das motiviere.

Eduard Neuburger sieht man die Begeisterung für Schach förmlich an. Seit über 30 Jahren ist er in der Jugendarbeit aktiv. »Ich habe viel erlebt. Ich möchte keine Sekunde missen.« Dass er selbst erst im Alter von 35 Jahren so richtig zum Schach kam, verwundert daher ein wenig.

Nach seinen Erfahrungen schlummerten in jeder Schulklasse Talente, die es zu entdecken und fördern gelte. »Es macht Spaß, zu sehen, wie die Kinder immer besser werden«, beschreibt Neuburger seine Motivation. Seit einigen Jahren kümmert sich der ehemalige Lehrer um den Schweinheimer Nachwuchs. Anfängern bringt er das Spiel Schritt für Schritt bei. Jede Figur wird mit kleinen Spielen erklärt.

Neuburger und Wilm bestätigen, dass es für Kinder eine sehr große Motivation sei, gegen Erwachsene zu spielen und vielleicht sogar zu gewinnen. Schach sei eben ein Spiel für alle Generationen.

Viele Nachwuchsspieler kommen über die Schule zum Verein.

Umgekehrt engagieren sich auch einige Vereine in den Schulen. Im Idealfall profitieren beide Seiten. Beispielhaft sei das Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Aschaffenburg genannt, das 2019 mit mehreren Mannschaften Erfolge im Schul-Schach feierte. Die dabei eingesetzten Akteure spielen in Schweinheim oder Großostheim auch schon höherklassig. In der vergangenen Saison zeigte gerade der TV Großostheim in der Bezirksliga West, was man mit ausschließlich jungen Spielern bewegen kann.

Timo Flaschenträger, Main Echo

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